Stadtklima – So verändern Pflanzen die Temperatur

Stadtklima – So verändern Pflanzen die Temperatur

Städte sind Wärmepole: In Berlin zum Beispiel ist es ständig wärmer als im umliegenden Brandenburg.

In Städten leben viele Menschen dicht beieinander, und anstelle von Bäumen stehen hohe Gebäude.  Dadurch entstehen besondere Bedingungen, die sich sogar auf das Wetter auswirken. Dadurch herrscht in der Stadt ein spezielles Klima – das sogenannte Stadtklima. Verantwortlich für die höhere Temperatur in Städten sind vor allem folgende Faktoren:

1. Häuser blockieren Wind

In Städten stehen Häuser eng beieinander. Das bewirkt, dass Wind ständig auf Hindernisse prallt und dadurch blockiert wird. Deshalb weht in Städten schwächerer Wind als auf dem Land. Besonders im Sommer fehlt dadurch die frische Brise.

Andererseits kann der Wind auch mal stärker wehen, wenn er zwischen den Häusern hindurchgequetscht wird. So können zwischen Hochhäusern starke Böen entstehen. Insgesamt wird der Wind in Städten aber eher blockiert als gebündelt.

Normalerweise würde der Wind bewirken, dass heiße Luft über dem Asphalt und Beton mit kühlerer Luft aus der Höhe oder dem Umland durchmischt wird. Wenn der Wind fehlt, dann fehlt auch der Luftaustausch und deshalb heizt sich die Stadt immer weiter auf.

2. Bäume wandeln Sonnenenergie um

Bäume und andere Pflanzen benutzen Sonnenstrahlen für ihre Photosynthese, um Kohlenstoffdioxid in Sauerstoff zu verwandeln. Die Sonnenenergie, die von den Bäumen abgefangen wird, würde ansonsten auf den Boden auftreffen und dort in Wärme umgewandelt werden. Stattdessen wird sie dafür genutzt, unsere Luft zu reinigen. Deshalb tun Bäume nicht nur unserer Luftqualität gut, sondern auch unserer Temperatur im Sommer. In Städten existieren viel weniger Bäume als auf dem Land und deshalb ist es in Städten auch wärmer.

Sonnenschirme spenden zwar ebenfalls Schatten, aber gleichzeitig heizt sich der Schirm auf und gibt diese Wärme wieder an die Umgebungsluft ab. Deshalb würden Sonnenschirme am Stadtklima nichts ändern. Bei Bäumen hingegen bleibt es kühl.

3. Fehlende Verdunstung

Pflanzen haben noch einen weiteren Vorteil: Sie speichern Wasser und geben es später ab. Sie schwitzen sozusagen, ähnlich wie Menschen, nur das man es nicht mit bloßem Auge erkennen kann. Das Wasser verdunstet aus den Poren der Blätter. Zum Verdunsten, also für den Übergang von flüssigem Wasser zu Wasserdampf, wird Wärme benötigt. Diese Wärme wird aus der Umgebungsluft gezogen und dadurch kühlt sich die Luft etwas ab.

Je heißer und trockener das Wetter ist, desto mehr Wasser geben Pflanzen ab. Ein großer Eichenbaum kann so 150.000 Liter Wasser pro Jahr an die Umgebung abgeben.

Bei Grünflächen spielt auch der Erdboden eine Rolle. Der Boden rund um die Pflanzen enthält ebenfalls Feuchtigkeit, die bei Wärme verdunstet. Dadurch sinkt die Temperatur in der Umgebung ebenfalls.

Wie kann man Städte abkühlen?

Das wärmere Stadtklima wird immer mehr zum Problem, denn unsere Großstädte wachsen weiter an. Von Jahr zu Jahr werden mehr Grünflächen verbaut, um neuen Wohnraum zu schaffen.

Wenn man das Klima in Städten kühl halten möchte, kann man verschiedene Dinge tun. Zum einen helfen Grünflächen wie Parks, begrünte Dächer und kleine Wälder.

Wasser kühlt auch sehr gut – nicht nur wegen der Abkühlung durch Verdunstung. Wasser bleibt im Sommer meistens kalt und senkt damit auch die Temperatur in der Umgebung. Bäche, Flüsse, Teiche und Seen schaffen kühle Inseln in der heißen Stadt. Springbrunnen funktionieren ebenso.


Übrigens: Die Sonnenenergie, die von den Pflanzen für die Photosynthese absorbiert wird, wird beim Verbrennen oder Kompostieren wieder freigesetzt. So funktionieren Pflanzen wie ein natürlicher Energiespeicher.

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