Was sollte ich vor dem Meteorologie-Studium wissen?

Was sollte ich vor dem Meteorologie-Studium wissen?

In diesem Beitrag will ich ganz ehrlich sein – und dir einen Überblick geben, was dich im Meteorologie-Studium erwartet. Du überlegst sicher, dein Hobby als Regenradar-Beobachter zum Beruf zu machen, oder willst mindestens besser verstehen, was in unserer Atmosphäre vor sich geht. 

Manche Leute wissen schon in ihrer Jugend, dass sie gerne Meteorologen werden möchten – so ging es zumindest einigen Kommilitonen von mir. 

Bei mir war das ganz anders

Bis zu meinem Schulabschluss hatte ich eigentlich keine Ahnung, welche Laufbahn ich in meinem Leben einschlagen sollte. Tatsächlich bin ich in die Meteorologie mehr oder weniger hineingeschlittert. Mein ursprünglicher Plan war es, Musik zu studieren – weiter weg von der Naturwissenschaft geht es kaum.

Trotzdem ist es das Wetter geworden. Warum? Weil ich tatsächlich ein Hobby-Regenradar-Beobachter war und ich mich gerne mit der Natur befasse. Außerdem klang das Studium für mich nach einer spannenden Herausforderung.

Und diese Herausforderung hatte es in sich! Wenn du Meteorologie studieren möchtest, mache dich auf einen Haufen Mathematik, Physik und Programmieren gefasst. 

Und mit Mathe meine ich nicht das, wo man tatsächlich mit Zahlen rechnet, sondern diese Art von Mathe, wo man plötzlich nur noch Buchstaben sieht. 

Das Meteorologie-Studium liegt sehr nahe am Physik-Studium

Ich hatte in Berlin einen Teil meiner Vorlesungen mit richtigen Physikstudenten. An anderen Unis ist die Meteorologie eine Richtung im Masterstudium, die man erst nach dem Bachelor in Physik studieren kann. 

Wenn du das Wetter also studieren willst, solltest du mindestens ein bisschen Spaß an Mathe und Physik haben. Es ist aber nicht wichtig, dass du da ein Genie bist. Einer meiner Kommilitonen hatte in den letzten Schuljahren sogar auf den Physikunterricht verzichtet und hat es trotzdem durch die Prüfungen an der Uni geschafft. 

Du musst nur bereit sein, zu lernen, zu lernen, und nochmal zu lernen. Am besten in Gruppen, denn alleine behält man bei den ganzen Formeln und Gleichungen kaum den Durchblick. 

Hürden und Hilfen

Mir persönlich hat es generell sehr geholfen, mit meinen Kommilitonen zusammenzuarbeiten. Wenn ich ein Thema in einer Vorlesung nicht verstanden habe, konnten mir meine Freunde weiterhelfen und umgekehrt. Jeder hat verschiedene Stärken und das solltet ihr euch in diesem Studium zunutze machen. 

Die Dozenten können eine weitere, unerwartete Herausforderung darstellen. Die meisten Naturwissenschaftler sind einfach keine geborenen Lehrer. 

Einer meiner Professoren hat es z.B geschafft, eineinhalb Stunden am Stück einfach nur mit Kreide an die Tafel zu schreiben und dabei in seine Notizen zu nuscheln. Wenn eure erste Vorlesung am Montagmorgen so aussieht, dann fällt es euch vielleicht auch schwer, konzentriert zu bleiben. 

Andere Quellen für Fachwissen sind also wirklich praktisch. Leider fand ich, dass viele Themen im Studium so speziell sind, dass man sie nicht so einfach googlen kann, was man in der Vorlesung verschlafen hat. 

Deswegen waren meine Studienkollegen für mich überlebensnotwendig.

Und noch ein letzter Tipp: Gib nicht auf

Zwischendurch kann das Studium dich zermürben. Ich hatte meinen Tiefpunkt, nachdem ich durch eine Matheprüfung gerasselt bin (ich glaube es war eine Prüfung in Analysis) und ich sie im Folgejahr wiederholen musste. Der neue Dozent für dieses Fach war ein spanischer Muttersprachler, der die Vorlesung dann mit einem schweren Akzent unterrichtet hat … Als ob das Fach auf Deutsch nicht schon schwer genug zu verstehen gewesen wäre. 

Letztendlich habe ich mich durchgebissen und es durch die Prüfung geschafft, und das kannst du auch. Noch leichter wird es dir fallen, wenn du ein klares Ziel vor Augen hast, was du nach deinem Studium machen möchtest.

Ich für meinen Teil bin heilfroh, dass ich dieses Fach studiert habe. Meine Arbeit ist abwechslungsreich und ich liebe es, im Alltag Kleinigkeiten über Wolken oder das Wetter zu erklären. Das einzige worauf ich verzichten könnte wären die ganzen dummen Witze, die ich seitdem zu hören bekomme. (“Kannst du nicht mal besseres Wetter machen? Du hast doch die besten Beziehungen zum Wettergott!”). Diese Sprüche sind vielleicht beim ersten Mal lustig aber danach immer nur peinlich. Macht euch darauf gefasst, die gleiche Aufmerksamkeit zu bekommen, wenn ihr Meteorologen seid. 😉

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