Was ist ein Hoch?
Wenn der Wetterbericht von einem „Hoch“ spricht, wissen die meisten intuitiv, dass sonniges Wetter bevorsteht. Aber was genau steckt eigentlich hinter diesem Begriff?
Was ist ein Hoch und wie entsteht es?
Ein Hochdruckgebiet, kurz „Hoch“, ist eine Region, in der der Luftdruck höher ist als in seiner Umgebung. Diese Eigenschaft sorgt meistens für ruhiges, freundliches Wetter.
Ein Hoch entsteht, wenn Luft in der Höhe zusammenströmt und langsam absinkt. Während sie absinkt, wird sie komprimiert und dadurch wärmer. Warme Luft kann aber mehr Feuchtigkeit aufnehmen, ohne dass sich Wolken bilden. Das ist der Grund, warum in einem Hoch der Himmel meist wolkenlos bleibt: Die absinkende Luft „trocknet“ quasi von oben.

Genau wie beim Tief liegt auch hier die Grundlage bei der Sonne, die verschiedene Regionen der Erde unterschiedlich stark erwärmt. Wo Luft aufsteigt, entsteht ein Tief – und irgendwo muss diese Luft in der Höhe ja wieder hin. Sie strömt seitwärts weg und sinkt an anderer Stelle wieder ab. Genau dort bildet sich dann ein Hoch. Tiefs und Hochs sind also eng miteinander verbunden, quasi zwei Seiten derselben Medaille.
Was bedeutet ein Hoch für das Wetter?
Anders als ein Tief bringt ein Hoch normalerweise keinen Wind und keinen Regen, sondern ruhiges Wetter. Weil die Luft absinkt statt aufzusteigen, können sich kaum Wolken bilden – Wolken brauchen nämlich aufsteigende, sich abkühlende Luft, um zu entstehen.
Im Sommer bedeutet ein Hoch deshalb meist stabiles, sonniges und warmes Wetter, oft über mehrere Tage hinweg. Im Winter ist das allerdings nicht immer gleichbedeutend mit „schönem“ Wetter: Weil in Bodennähe die Luft nachts stark auskühlt, kann sich unterhalb des Hochs zäher Nebel oder eine geschlossene Hochnebeldecke bilden, die tagelang nicht verschwindet. Meteorologen sprechen hier von einer Inversionswetterlage: Statt dass die Temperatur mit der Höhe abnimmt, wie es normalerweise der Fall ist, liegt in einigen hundert Metern Höhe plötzlich wärmere Luft über der kalten Nebeldecke am Boden.
Wann bringt ein Hoch Hitzewellen und Dürre?
In Europa liegen kräftige Hochdruckgebiete häufig über den Azoren im Atlantik („Azorenhoch“) oder im Winter über Russland und Skandinavien. Wenn sich ein solches Hoch über Mitteleuropa ausdehnt, kann es Tiefdruckgebiete tagelang blockieren und so für sehr beständiges Wetter sorgen. Solche „Blockade-Hochs“ sind auch für lang anhaltende Hitzewellen oder Dürreperioden im Sommer verantwortlich.
Auch wenn ein Hoch selbst für Ruhe sorgt: An seinem Rand, dort wo es an ein Tief grenzt, können die Druckunterschiede trotzdem für Wind sorgen. Wie beim Tief lenkt auch hier die Corioliskraft den Wind ab – nur dreht er sich um ein Hoch herum in die entgegengesetzte Richtung wie um ein Tief: auf der Nordhalbkugel im Uhrzeigersinn.
Übrigens: Der höchste jemals in Deutschland gemessene Luftdruck lag bei 1060,8 hPa, gemessen am 23. Januar 1907 in Greifswald. Der normale Atmosphärendruck beträgt zum Vergleich nur 1013,25 Hektopascal (hPa).